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Eröffnung NSB UetzeGlasklares Wasser im Naturerlebnisbad Uetze.

Interview zur Eröffnung des neuen EKO-PLANT Naturerlebnisbades Uetze/Hannover mit den Vorsitzenden der Betreibergenossenschaft Michael Kropp und Jens Erfens sowie Stefan Rehfus, Geschäftsführer EKO-PLANT GmbH.

Wie kam es zur Übernahme des Uetzer Freibades durch eine Genossenschaft?

Michael Kropp: Der Gemeinde Uetze geht es schon seit Jahrzehnten finanziell nicht sonderlich gut und 2009/2010 gab es dann Diskussionen darüber, dass sie hier zwei Freibäder betreiben: Eins in Hänigsen, fünf Kilometer entfernt, und eins hier. Und die haben jeweils 320.000 Euro Unterhalt gekostet, pro Jahr. Also stand im Raum, eines zu schließen, Busverkehr zu machen und so weiter. Da sind die Bürger hellhörig geworden, weil natürlich keine Ortschaft in den Bus einsteigen will, wenn sie schon jahrzehntelang ein Freibad hatte. Und so wurde die Idee geboren, das in genossenschaftliche Hände zu geben.

Und das lief problemlos? Da hatten Sie sofort so viel Zuspruch, dass Sie eine Genossenschaft gründen konnten?

Michael Kropp: Also der Zuspruch war immens. Nur Leute zu finden, die sich nach vorne stellen und das auch mit Leben füllen, das war das Schwierige dabei. Es gab in den ersten Jahren eine riesige Fluktuation im Vorstand. Aber in den letzten Jahren ist das besser geworden. 

War denn damals schon absehbar, dass eine Bädersanierung ansteht?

Michael Kropp: Für uns schon. Das Bad in Hänigsen ist kurz vorher saniert worden.

Aber es gibt doch sicherlich ein Budget für das Bad?

Michael Kropp: Selbstverständlich. Die Gemeinde hat die Genossenschaften mit einem Zuwendungsvertrag über 160.000 Euro im Jahr ausgestattet, also der Hälfte der ursprünglichen Summe.

Der Sanierungsbedarf war also vorhanden. Wie ist es dazu gekommen, dass Sie sich für das Konzept Naturerlebnisbad entschieden haben?

Jens Erfens: Als wir Ende 2015 in den Vorstand gekommen sind, gab es noch Überlegungen, das Bad auf Chlorbasis zu sanieren. Es gab von einem Planungsbüro aus Hildesheim Vorschläge und fertige Planungen. Und dann haben wir uns das angesehen und haben gesagt: „Das ist es nicht“. Gerade weil wir doch fünf Kilometer weiter ein Bad haben, das mit Chlor betrieben wird.

Und dann haben wir im Internet geguckt, was es noch für Möglichkeiten gibt und sind auf die Firma EKO-PLANT gestoßen. Zusammen mit Vorstand und Aufsichtsrat haben wir uns dann deren Naturbäder in Versmold und Brackwede angeschaut und haben uns auch mit den Leuten unterhalten, die das betreiben. Und das hat uns überzeugt. Und natürlich auch die Personen von EKO-PLANT, Herr Pauly, Herr Winter und Frau Freesemann.

Und das Konzept Naturschwimmbad, was waren da die Punkte, wo Sie sagen: „Das ist das, was wir wollen“?

Jens Erfens: Also erstmal wollten wir was anders machen als in Hänigsen. Und dann haben wir im Aufsichtsrat jemanden mit einer Chlorallergie. So sind wir auf das Naturschwimmbad gekommen. Wir haben viel Fläche, so dass auch der biologische Wasserfilter gut unterzubringen ist. Also das passte eigentlich wunderbar. Das Konzept hat letztendlich gestimmt, wie auch die Leute von EKO-PLANT. Die Zusammenarbeit war immer super. Wenn man mit jemandem baut, dann muss man eine positive Stimmung mit ihm haben, denn es gibt immer Schwierigkeiten, die man aus dem Weg räumen muss bei solchen Projekten.

Wie haben Sie die Finanzierung der Umbauarbeiten auf die Beine gestellt?

Michael Kropp: Dadurch, dass wir aus dem bisherigen Betrieb 500.000 Euro zur Seite legen konnten, hatten wir ein Drittel des Budgets schon zur Verfügung. Für den Rest haben wir einen Kredit aufgenommen.

Und die Gemeinde ist als Bürge gegenüber der Bank aufgetreten?

Jens Erfens: Nein, gar nicht. Wir haben einzig in unserem Erbbauvertrag eine sogenannte Rückfallklausel. Sollten wir mit dieser Genossenschaft und dem Badbetrieb scheitern, fällt das gesamte Freibad an die Gemeinde zurück, mit allen Verbindlichkeiten. Die es dann aber nicht weiterbetreiben würde, das ist schon festgelegt.

Die Finanzierung stand, der Auftrag wurde erteilt. Bei den Bauarbeiten haben Sie dann ganz viel Eigenleistung eingebracht?

Jens Erfens: Mit Eigenleistungen wollten wir natürlich die Kosten senken. Angefangen hat es mit dem Pflaster um die Beckenlandschaft: 1.200 Quadratmeter. Alles hochgenommen, abgebürstet, auf eine Palette gestapelt, Folie drum, weggefahren. Das war von vornherein eingeplant. Wir haben dann schnell festgestellt, dass ziemlich viele Leute bereit waren, etwas zu tun. Und so ging es dann weiter: Kacheln abstemmen, Dornenhecken entfernen, neue Pflanzen setzen. Ursprünglich hatten wir um die 32.000 Euro an Eigenleistung eingeplant, aber das wurde dann durch die vielen Helfer viel mehr.

Und dabei hat auch die Zusammenarbeit mit den einzelnen Baufirmen geklappt?

Michael Kropp: Die waren ja hauptsächlich von EKO-PLANT und die Zusammenarbeit lief gut, da können wir ihre Firma nur weiterempfehlen. Wir hätten allerdings erwartet, dass die einzelnen Firmen von EKO-PLANT zügiger beauftragt worden wären. Aber vielleicht lag das auch am derzeitigen Bauboom und der Schwierigkeit, überhaupt geeignete Handwerker zu finden.

Stefan Rehfus: Das ist tatsächlich so. Es ist im Moment enorm schwierig, Firmen zu finden. Gleichzeitig muss auch das Budget eingehalten werden und in der Zeit zwischen Planung und konkreter Ausführung sind die Kosten stark gestiegen. Eine Genossenschaft kann dann ja keinen Nachtragshaushalt verabschieden.

Hat die Kostensicherheit eigentlich eine Rolle gespielt bei der Entscheidung, die Umbauarbeiten von einem Generalunternehmer durchführen zu lassen?

Michael Kropp: Natürlich. Wir haben während der Bauphase auch gesehen, was man noch anders machen muss und die ursprüngliche Planung angepasst. Aber das hat alles eigentlich wunderbar geklappt. Auch mit dem Kostenrahmen.

Jetzt ist das Bad fertig und heute ist die offizielle Eröffnung. Aber Sie sind schon ein paar Wochen im Betrieb?

Michael Kropp: Ja, am Sonntag den 4. August haben wir angefangen. Die ersten Wochen waren natürlich bombig, am ersten Tag gleich dreißig Grad, dann waren noch Ferien bis Donnerstag. Alle, egal, wen man fragt, finden das Bad ganz toll. Durch die Bank weg. Wir haben auch schon 45 neue Mitglieder in der Genossenschaft. Das ist fast das Dreifache, was wir sonst immer pro Jahr haben.

Gibt es noch eine weitere Zusammenarbeit zwischen Ihnen als Betreiber und EKO-PLANT?

Michael Kropp: Wir haben einen Servicevertrag für vier oder fünf Jahre abgeschlossen.

Stefan Rehfus: Ein Servicevertrag gehört immer mit dazu. Ein Naturbad ist ein ökotechnisches System, das muss sich einfahren. Und das Personal muss über die Jahre erst das nötige Verständnis entwickeln, um später das Bad allein betreuen zu können.

Blick in die Zukunft. Wie geht es weiter?

Jens Erfens: Positiv. Wie denn sonst? Wir wollen um das Bad herum noch mehr Attraktionen bieten. Und weil wir in der Region das einzige Naturerlebnisbad mit Breitwellenrutsche haben, erwarten wir noch mehr Zuspruch, auch über Uetze hinaus.

Vielen Dank für das Gespräch.

Schecküberreichung Naturfreibad Uetze Seifenblasen im NSB Uetze