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8% der Klärschlämme in Niedersachsen werden über Vererdung entwässert und drücken nicht in den Verwertungsmarkt.

ksv lumda 02Klärschlammvererdung erleichtert das Phosphat-Recycling, sichert die Ressource Phosphor und entlastet während der Speicherphase den Verwertungs- und Entsorgungsmarkt. Im letzten Newsletter haben wir beschrieben, vor welche Probleme die nunmehr vorgeschriebene Rückgewinnung von Phosphat die Betreiber von Klär- und Verbrennungsanlagen stellt. Es fehlt an geeigneten Recyclingverfahren und es wird noch Jahre dauern, bis ausreichend Monoverbrennungsanlagen zur Verfügung stehen. Da gleichzeitig die landwirtschaftliche Verwertung durch die Düngeverordnung eingeschränkt ist, wird zunehmend über die Mitverbrennung entsorgt. Dadurch werden dem Kreislauf fortschreitend enorme Mengen an Phosphat entzogen. Dieses Phosphat muss zusätzlich importiert werden.

Klärschlammvererdung sichert Phosphat

Zum Glück gibt es schon heute eine Alternative zur mechanischen Entwässerung mit anschließender Verbrennung: Die Klärschlammvererdung. Für das Phosphat-Recycling bietet diese Technik gleich mehrere entscheidende Vorteile.

Langfristige Lagerung

In den Schilfbeeten wird der Klärschlamm entwässert und gleichzeitig gelagert - je nach Rahmenbedingungen 6 bis 12 Jahre, oder sogar noch länger. Der Klärschlamm muss in dieser Zeit weder landwirtschaftlich verwertet noch verbrannt werden. Es werden auch keine Deponien für die Asche benötigt, damit das darin enthaltene Phosphat irgendwann in der Zukunft recycelt werden kann. Für den Zeitraum eines Vererdungszyklus ist das im Klärschlamm enthaltene Phosphat gesichert - und zusätzlich wird auch noch der Verwertungs- und Entsorgungsmarkt entlastet.

Phosphatanreicherung

In einer Vererdungsanlage wird nicht nur entwässert, sondern im Zuge biologischer Umsetzungsverfahren zusätzlich der organische Anteil der Trockenmasse kräftig abgebaut. Im Vergleich zur mechanischen Entwässerung erreicht die Klärschlammvererdung damit eine erheblich größere Massenreduktion. Auf diese Weise wird automatisch Phosphat angereichert, denn die ursprüngliche Phosphatmenge ist nun in einer verminderten Menge Klärschlammerde enthalten. Eine spätere Rückgewinnung wird durch die höhere Konzentration einfacher und wirtschaftlicher.

P-Recycling durch landwirtschaftliche Verwertung

Für Kläranlagen bis zu einer Größe von 50.000 Einwohnerwerten bleibt die landwirtschaftliche Verwertung grundsätzlich erlaubt. Durch den Vererdungsprozess wissen Betreiber genau welche Menge und vor allem welche Qualität in ihren Schilfbeeten lagert. Stimmt die Qualität, steht der landwirtschaftlichen Verwertung nichts im Wege und das in der Klärschlammerde enthaltene Phosphat wird direkt in den Kreislauf zurückgeführt. Deshalb ist die landwirtschaftliche Verwertung auch in der Klärschlammverordnung ausdrücklich als P-Recycling benannt. Kläranlagenbetreiber können auf diese Weise die geforderte Nachweispflicht erfüllen und müssen keine neuen oder zusätzlichen Recyclingverfahren etablieren.

Fragen Sie uns wie das geht!

Beispiel Niedersachsen

In Niedersachsen fallen jährlich etwa 3500 Tonnen Phosphor im Klärschlamm an. Davon werden aktuell ca. 900 Tonnen über Verbrennungsanlagen entsorgt und gehen so dem Kreislauf verloren - Tendenz steigend. Demgegenüber lagern etwa 8 Prozent des Klärschlamms in Vererdungsanlagen. Pro Jahr werden so 280 Tonnen Phosphor gespeichert, in 10 Jahren also 2800 Tonnen.

Würde man stattdessen 20 Prozent der Klärschlämme über Vererdungsanlagen aufbereiten, ergäbe sich in 10 Jahren eine Summe von ca. 7000 Tonnen Phosphor. Das wäre doppelt so viel, wie in Niedersachsen pro Jahr auf den Äckern ausgebracht wird.

Fazit

Gerade im Hinblick auf die Rückgewinnung von Phosphat ist Klärschlammvererdung eine ausgezeichnete Alternative zu mechanischen Entwässerungsverfahren und der sofortigen Verbrennung. Phosphat wird angereichert und über einen langen Zeitraum gelagert. Am Ende eines Vererdungszyklus steht entweder die landwirtschaftliche Verwertung oder eine zukünftige Verbrennung in Monoverbrennungsanlagen, wo das angereicherte Phosphat die Rückgewinnung aus der Asche erleichtert.